Was sind Dividenden? Einfach erklärt

Was sind Dividenden? Zunächst mal für den Privatanleger äußerst angenehm, da sie quasi ein Zubrot zu seinem Aktienbesitz sind. Ähnlich wie bei den Zinszahlungen von Festgeldern landet Dividenden sogar ohne eigenes Zutun auf dessen Depotkonto. Was es sonst noch Wissenswertes über Dividenden zu berichten gibt lässt sich dem nachfolgenden Beitrag entnehmen.

Dividenden Erklaerung

Definition: Was sind Dividenden?

Eine Dividende ist ein Gewinnanteil einer Aktiengesellschaft, der nach erfolgter Beschlussfassung durch die Hauptversammlung an die Anteilseigner  ausbezahlt wird. Bei in Deutschland ansässigen und börsennotierten Unternehmen erfolgt eine solche Gewinnausschüttung meistens einmal pro Jahr. Insbesondere bei vielen ausländischen Unternehmen erfolgt die Dividenden-Ausschüttung dagegen mehrmals jährlich.

Aber was sind Dividenden? Meistens handelt es sich um Bargeld, man spricht in diesem Fall auch von einer Bardividende. Manchmal bestehen Dividenden aus  zusätzlichen Aktien.

Dann handelt es sich um Stockdividenden. Einige wenige Firmen verteilen Dividenden auch teils als Sachwert an ihre Anteilseigner. Dazu zählt beispielweise der Schokoladenkoffer, den die Schokofirma Lindt & Sprüngli all ihren Aktionären alljährlich zuschickt.

Meistens wird übrigens nur ein Teil des Gewinns ausgeschüttet, der Rest verbleibt im Unternehmen. So lag die Ausschüttungsquote im letzten Jahr im Schnitt bei rund 40 Prozent.

Dividenden Beispiel

Dividenden lassen sich z.B. in Brutto- und Netto-Dividenden unterscheiden, wie das nachfolgende Beispiel zeigt.

Angenommen, das börsennotierte Unternehmen Schmidt AG besitzt ein Grundkapital von 1 Million Euro in Gestalt von einer Million Aktien mit einem Nennwert von jeweils einem Euro. Nun erzielt die Schmidt AG einen Gewinn von 2 Millionen Euro und beschließt auf ihrer Hauptversammlung, 60 Prozent davon an die Aktionäre auszuschütten. Die gesamte Ausschüttung beträgt somit 60 Prozent von 2 Millionen = 1,2 Millionen Euro.

Bei einer Million vorhandener Aktien beträgt die Dividende folglich 1,20 Euro pro Aktie. Hält also z.B. der Anleger Maier 100 Aktien der Schmidt AG, so bekommt er von ihr 120 Euro Brutto-Dividende. Brutto, weil bei privaten Anlegern noch die Abgeltungssteuer abgezogen werden muss. Die beträgt pauschal 25 Prozent. Dazu kommt dann der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent sowie eventuell auch noch Kirchensteuer.

Da unser Herr Maier aber (der Einfachheit halber) nicht kirchensteuerpflichtig ist, schaut die Berechnung seiner Netto-Dividende wie folgt aus:

  • Brutto-Dividende (bei 100 Aktien) = 120 Euro
  • abzgl. Abgeltungssteuer: (25 Prozent von 120 Euro) = 30 Euro
  • abzgl. Solidarzuschlag: (5,5 Prozent von 30 Euro Abgeltungssteuer) = 1,65 Euro
  • Die gesamten Abzüge belaufen sich somit auf 31,65 Euro. Herrn Maiers Netto-Dividende beträgt folglich 120 Euro minus 31,65 Steuerabzug = 88, 35 Euro.

Hat Herr Maier seiner Depotbank keinen Freistellungsauftrag erteilt, überweist diese ihm 88,35 Euro auf sein Depotkonto und die restlichen 31,65 Euro an das Finanzamt. Sollten die gesamten, jährlichen Kapitalerträge unseres Herrn Maier unter der Freibetragsgrenze (derzeit 801 Euro) liegen, kann er sich aber die gesamte Abgeltungssteuer über seine Einkommenssteuererklärung zurückholen.

Grundlegende Informationen zur Dividende

Mit der Dividende belohnt ein Unternehmen seine Anleger dafür, dass sie sich an ihm beteiligen. Zugleich hoffen sie, dass dieser Anreiz die Anleger dazu bringt, die Aktien länger zu halten und vielleicht sogar weitere zu erwerben. Eine solche Dividende beschert dem Investor ein zusätzliches Einkommen. Wer genügend solche Aktien in seinem Depot hat, könnte mit den Dividenden sogar seinen Lebensunterhalt zumindest in Teilen bestreiten.

Eine wichtige Funktion der Dividenden besteht darüber hinaus darin, bereits eingetretene oder erwartbare Kursverluste zu kompensieren. Bereits die Ankündigung einer geplanten Dividenden-Ausschüttung  hat einen erheblichen Einfluss auf den Aktienkurs. Fällt die Dividende niedriger aus als erwartet oder entfällt sie komplett, wird der Aktienkurs sinken. Im umgekehrten Fall wird der Aktienwert steigen. Was sind Dividenden also aus Sicht des Unternehmens? Vor allem ein probates Mittel zur Stützung ihres Aktienkurses.

Manchmal ist es für ein Unternehmen jedoch klüger, trotz hoher Gewinne keine Dividenden auszuschütten, sondern sie im Unternehmen zu belassen – etwa um neue Produkte zu entwickeln oder zu expandieren. Dies hat oftmals einen steigenden Aktienkurs zur Folge, so dass die Anteilseigner dann davon profitieren.

Wertpapiere die hohe Dividenden ausschüttenden sind also nicht unbedingt rentabler als solche von Firmen, die ihre Gewinne größtenteils oder zur Gänze im Unternehmen belassen. Manche Unternehmen schütten zur Stützung ihres Aktienkurses hohe Dividenden aus, trotzdem sie es sich eigentlich gar nicht leisten können und geraten dadurch in Existenz-bedrohende Liquiditätskrisen.

Grundlegende Informationen zur Dividende (1)

Wer hat Anspruch auf die Dividende?

Entscheidender Stichtag ist hier die Hauptversammlung, an der eine Dividende beschlossen wird. Alle Anleger, die bis Tagesende der Beschlussfassung eine Aktie dieses Unternehmens halten haben volles Anrecht auf die Dividende.

Es macht also keinen Unterschied, ob ein privater Anleger die Aktie erst am Tag der Hauptversammlung erworben hat oder sie bereits seit Jahren in seinem Besitz hält.

Wer entscheidet, ob die Dividende erhöht wird?

In der Regel entscheidet die verantwortliche Geschäftsführung bereits im Vorfeld der Hauptversammlung darüber, ob eine Dividende ausgeschüttet wird und wie hoch sie ausfallen sollte. Sie trägt diese Empfehlung dann später bei der Hauptversammlung vor.

In den allermeisten Fällen wird die Hauptversammlung einen solchen Geschäftsführungsantrag auf Ausschüttung einer bestimmten Dividende ohne große Diskussionen durchwinken.


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