10 Wasserstoff Aktien: Nel ASA, Ballard Power & mehr

Wasserstoff ist einer der Megatrends unserer Zeit. Daher liegt der Gedanke nahe, mit Wasserstoff Aktien Geld zu verdienen. Wir stellen Ihnen hier die bekanntesten Wasserstoff Aktien vor und geben einen Überblick zu der Technik und den Zukunftsaussichten.

HINWEIS
Beachten Sie dabei immer: Eine Anlage am Aktienmarkt bringt ein Risiko mit sich, das bis zum Totalverlust der investierten Summe führen kann. Wir sprechen keine Empfehlungen aus und betreiben keine Anlageberatung. Eine Investition sollten Sie vorab selbst überdenken und dann auf eigene Verantwortung tätigen.


Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff

Wasserstoff gilt als nahezu unendlicher Rohstoff. Meistens kommt es in Gasform vor. Es ist farblos und geruchslos. Wasserstoff ist leichter als Luft und bietet bessere energetische Eigenschaften als beispielsweise Benzin. Grundsätzlich gilt Wasserstoff nicht als Energiequelle, sondern ist lediglich ein Zwischenspeicher. Man spricht von einem Energieträger.

Hergestellt wird Wasserstoff derzeit im Reformierungsverfahren oder mithilfe der Wasser-Elektrolyse. Im Reformierungsverfahren entsteht der Wasserstoff als Nebenprodukt anderer chemischer Prozesse. Die chemische Industrie ist einer der größten Produzenten und gleichzeitig Verbraucher. Mit der Wasser-Elektrolyse wird dagegen zielgerichtet Wasserstoff produziert. Mithilfe von elektrischem Strom wird das Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

HINWEIS
Wasserstoff wird oft als „sauberer“ Energieträger bezeichnet. Dabei ist hauptsächlich entscheidend, auf welchem Weg der Strom für die Herstellung des Wasserstoffs gewonnen wurde, um zu beurteilen, ob es sich um eine regenerative Energieform handelt.

Gespeichert und transportiert wird das Gas in flüssiger Form. Durch den hohen Druck in den Lagerbehältern verflüssigt sich der Wasserstoff. Alternative Speicherformen befinden sich derzeit in der Testphase.

wasserstoff aktien


Verwendung von Wasserstoff

Damit Wasserstoff effektiv genutzt werden kann, werden häufig Brennstoffzellen genutzt. Die Idee der Brennstoffzelle ist bereits knapp 200 Jahre alt. Unter Zuführung von Luft reagiert der Wasserstoff von alleine zu:

  • Wasser
  • Strom
  • Wärme

Die Brennstoffzelle lässt diesen Prozess kontrolliert ablaufen. Sie ähnelt vom Aufbau einer Batterie. Zwei Elektroden werden durch ein Elektrolyt getrennt und reagieren unter Verwendung des Wasserstoffs miteinander. Dieser Reaktionsprozess wird ebenfalls „kalte Verbrennung“ genannt. Es entstehen praktisch keine Schadstoffe und der Wirkungsgrad dieser Methode ist sehr hoch. Zudem verringern sich Verschleiß und Wartungsintervalle.

Die Vorteile des Rohstoffs werden für diverse Anwendungen genutzt. Neben der Herstellung anderer chemischer Produkte dient Wasserstoff als Schweißgas. Ebenfalls dient Wasserstoff als Treibstoff und zur Energiegewinnung. Bis in die 40er Jahre wurde Wasserstoff auch als Füllung für Zeppeline und Ballons genutzt, inzwischen aber von anderen Stoffen abgelöst.



Risiken von Wasserstoff

Besonders als Treibstoff in Autos und LKWs spielt auch die Sicherheit eine wesentliche Rolle. Wasserstoff ist grundsätzlich sehr reaktionsfreudig. Es fängt bereits bei niedrigen Temperaturen an zu brennen. Auch wenn die Tanks für den Treibstoff mehrfach gesichert sind, verbleibt immer ein Restrisiko.

Die Entzündung eines Autos mit Wasserstofftank kann verheerende Folgen haben. Aufgrund der Flüchtigkeit des Stoffs geht Experten zufolge aber kein höheres Risiko von Wasserstoff aus, als von anderen Antriebsformen.


Verschiedene Formen von Wasserstoff Aktien

Um von der Entwicklung der Wasserstoff Aktien zu profitieren, können Sie in unterschiedlichen Segmenten investieren. Im Wesentlichen gilt es, zwischen den Produzenten des Wasserstoffs und zwischen Herstellern von Zubehör und Infrastruktur zu unterscheiden.

Tendenziell ist das Risiko bei Zulieferern niedriger, da die Umsätze sicherer sind und leichter auf andere Technologien umgerüstet werden kann. Im Gegenzug sind die Chancen bei den Produzenten von Wasserstoff natürlich größer, da diese direkt von den Entwicklungen am Markt profitieren.

Ballard Power

Der kanadische Hersteller von Brennstoffzellen Ballard Power gehört zu den bekanntesten Wasserstoff Aktien. Hauptabnehmer der Produkte ist die Automobilindustrie. Ballards Engagement in China ist besonders ausgeprägt. Dort hält das Unternehmen einige Patente und hat Kooperationen angekündigt. Einer der Kooperationspartner ist das chinesische Unternehmen Weichai Power.

Die Umsätze von Ballard sind in den letzten Jahren konstant gestiegen. Es wird erwartet, dass das Unternehmen in Kürze profitabel arbeitet. Dennoch ist Ballard Power eine der Wasserstoff Aktien mit enormen Schwankungen. Gerade weil sich die Aktie derzeit nahe ihren Höchstständen befindet, sind auch Einbrüche der Kurse nicht unmöglich.


Nel ASA


Ebenfalls vieldiskutiert unter den Wasserstoff Aktien ist das norwegische Unternehmen Nel ASA. Dieses produziert unter anderem Wasserstoff und kann durch langjährige Erfahrung bessere Wirkungsgrade als die Konkurrenz nachweisen.

Zudem existiert das Unternehmen seit bereits fast 100 Jahren. Neben der Produktion von Wasserstoff befasst sich Nel auch mit der Speicherung und Verteilung des Rohstoffes. Das Tochterunternehmen H2 Logic stärken die Marktmacht zusätzlich durch Wasserstofftankstellen in Dänemark. Trotz der beachtlichen Steigerungen von Nel ASA kommt das Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern aus. Der Umsatz pro Mitarbeiter beträgt 1,9 Millionen norwegische Kronen.

Dennoch ist der Aktienkurs mit fast einem Euro immer noch sehr gering. Der Spread beim Handel kann sich nachteilig auswirken und auch kleine Negativmeldungen können den Kurs wieder sinken lassen. Eine Dividende zahlt Nel ASA aktuell nicht. Wie bei vielen Wasserstoff Aktien, handelt es sich vorwiegend um einen Wachstumswert.

Eine genauere Analyse finden Sie auch hier im Video von „Der Aktionär TV“:


Linde

Der Technologie- und Industriegaskonzern Linde kann ebenfalls zu den Wasserstoff Aktien gezählt werden. Gase und die Gasgewinnung stehen im Mittelpunkt der Geschäfte. Linde hat mit mehr als 80.000 Mitarbeitern und über 25 Milliarden Dollar Jahresumsatz zweifellos eine andere Größe, als die bisher genannten „reinen“ Wasserstoff Aktien.

Der Konzern profitiert von jedem Schritt der Wertschöpfungskette. Bei der Erzeugung, Lagerung, dem Transport oder der Infrastruktur ist Linde beteiligt. Dabei beschränkt sich dieses Engagement nicht nur auf die Mobilität, sondern betrifft auch die Versorgung von Unternehmen und privaten Haushalten. Nach einem deutlichen Rücksetzer Ende 2018 erholt sich die Aktie derzeit und wird versuchen, neue Höchststände zu erreichen.


Plug Power

Eng mit Ballard Power arbeitet der Spezialist für Brennstoffzellen Plug Power zusammen. Die Aktienkurse lagen während der Dotcom-Blase bei fast 1.200 Euro. Inzwischen hat sich der Kurs bei ca. 2 Euro stabilisiert. Das Plug Power jemals wieder die alten Höchststände erreicht ist unwahrscheinlich. Dennoch kann die Gesellschaft im aktuellen Marktumfeld von der Nachfrage an Wasserstoff profitieren.

Hauptsächlich forscht Plug Power an einer Verkürzung der Lade- und Füllzeiten den Brennstoffzellen. Eingesetzt wird die Technologie beispielsweise bei Baumaschinen mit Wasserstoffantrieb. Durch die geringe Marktkapitalisierung ist Plug Power nicht nur als Investment, sondern vielmehr als Übernahmekandidat interessant. Eine Übernahme würde sich in aller Regel auf positiv auf die Kurse auswirken.


Fuelcell Energy

Eine der Wasserstoff Aktien, die sich auf die Infrastruktur konzentrieren, ist Fuelcell Energy. Fuelcell bietet die Installation von Brennstoffzellen und deren Wartung. Auch Leasingangebote gehören zu den Leitungen des Unternehmens.

Für Investoren der ersten Stunde bedeutet Fuelcell Energy dennoch nichts anderes als einen Totalverlust. Die Höchstkurse 2019 lagen bei über 600 Dollar. Mit aktuell weniger als einem Dollar hat die Aktie mehr als 99 % ihres einstigen Wertes eingebüßt. Die Risiken sind auch bei diesem Wertpapier alles andere als gering.


Powercell

In der gleichen Branche aber auf dem Weg zu neuen Höchstständen ist das 2008 gegründete Unternehmen Powercell aus Schweden. Die hergestellten Brennstoffzellen werden in der Automobilindustrie, der Schifffahrt und der stationären Anwendung benötigt.

Ein Joint Venture mit unter anderem Nel ASA unter dem Namen „Hyon“ ist zudem für die Forschung maritimer Fahrzeuge mit Brennstoffzellen zuständig. Im Jahr 2018 wurde ein Großprojekt mit Siemens bekannt gegeben. Ab 2022 will der Technologiekonzern zusammen mit Powercell Brennstoffzellen für PKW herstellen. Aktuell erwirtschaftet Powercell noch keinen Gewinn. Das soll sich jedoch bereits in 2019 ändern.


Heliocentris

 

Bei Heliocentris handelt es sich um einen deutschen Anbieter von Energieversorgungslösungen. Bitte beachten Sie unbedingt, dass sich das Unternehmen im Rahmen eines Insolvenzverfahrens in Auflösung befindet. Trotzdem sie die Aktien weiterhin handelbar. Da das Unternehmen jedoch keiner aktiven Tätigkeit mehr nachgeht, sie die Kurse nicht mehr rational begründet.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass insbesondere bei kleinen Unternehmen das Risiko erheblich sein kann. Der Geschäftsbetrieb der Heliocentris wurde veräußert. Daher handelt es sich auch nur noch auf dem Papier um eine Wasserstoff Aktie.


Hydrogenics

 

Deutlich gesünder sieht dagegen der Kurs von Hydrogenics aus. Das Unternehmen bietet diverse Lösungen rund um den Wasserstoff an. Sowohl die Herstellung als auch die Lagerung des Rohstoffs in Verbindung mit diversen Projekten bilden das Kerngeschäft von Hydrogenics. Der Sitz der Gesellschaft liegt in Kanada.

Das Risiko der breiten Aufstellung von Hydrogenics liegt darin, dass es in keinem Sektor führend ist. Es werden lediglich gute Ergebnisse geliefert. Das Unternehmen arbeitet noch nicht profitabel, hat aber einige Reserven, um noch länger weiterarbeiten zu können.


Elringklinger

Eine weitere Wasserstoff Aktie aus Deutschland ist Elringklinger. Der Automobilzulieferer muss zwar aktuell mit sinkenden Gewinnen kämpfen, kann sich aber derzeit dennoch wieder erholen. Als Teil der Automobiltechnik investiert Elringklinger selbst auch in die Wasserstofftechnologie.

2014 beteiligte das Unternehmen sich beispielsweise mit 75 % an der New Enerday GmbH. Auch die eigene Forschung auf diesem Markt wird intensiv vorangetrieben. In Verbindung mit der Automobilbranche steigen die Schwankungen der Aktie jedoch zusätzlich. Investoren müssen, wie bei einigen anderen Titeln, starke Nerven haben.


Air Liquide

Das Unternehmen Air Liquide ist einer der Marktführer im Bereich Industriegase. Auch Wasserstoff findet sich im Portfolio der Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen Wasserstoffaktien müssen Anleger hier jedoch nicht nur auf die Entwicklung dieses einen Rohstoffs hoffen. Air Liquide unterstützt sowohl bei der Erzeugung als auch bei der Lagerung und dem Transport von Wasserstoff.

Zudem betreibt das Unternehmen einige Wasserstofftankstellen in Deutschland. Bei steigender Nachfrage dürfte dieses Engagement unter Umständen ausgeweitet werden. Seit dem Börsengang 1991 kennt die Aktie von Air Liquide fast nur den Weg nach Norden. Abgesehen von wenigen Einbrüchen (z. B. während der Wirtschaftskrise 2009) stieg der Kurs bisher sehr kontinuierlich und markierte regelmäßig neue Höchststände.


Wasserstoff Aktien in ETFs und Fonds

Wasserstoff ETF AktienFür Anleger, die sich nicht zutrauen eine einzelne Wasserstoff Aktie herauszufiltern oder ihr Investment einfach weiter streuen möchten, kommen Wasserstoff ETFs und Fonds infrage.

Wie auch bei Einzeltiteln gilt es jedoch von einer Geldanlage genau hinzuschauen und zu vergleichen. Durch Gebühren und laufende Kosten gibt es bei Fonds im Verhältnis mehr Fallstricke als bei einzelnen Aktien. Hier möchten wir Ihnen beispielhaft drei Fonds, beziehungsweise ETFs vorstellen, die unter anderen auch das Thema Wasserstoff abdecken.

Der JSS Multi Label SICAV – New Energy Fund investiert mindestens zwei Drittel des Fondsvermögens in aufstrebende Energietechnologien – wie beispielsweise Wasserstoff. Erneuerbare Energien, Sonnenenergie und Geothermie sind ebenfalls Schwerpunkte.

Folgerichtig besteht der Fonds zu mehr als 50 % aus den Branchen Industrie, Technologie und Versorgung. 58 % des Kapitals werden in den USA angelegt. Die laufenden Kosten machen den Fonds jedoch alles andere als günstig und sonderlich groß ist er auch nicht. Von einem geringeren Risiko als bei einer der oben vorgestellten Aktien zu sprechen, wäre daher illusorisch.

  • Jährliche Kosten: 2,08 %
  • Mindestanlage: 5.000 EUR
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • Factsheet: hier


Auch der DNB Fund Renewable Energy ist ein aktiv verwalteter Fonds. Hier liegt der Fokus ein wenig strenger auf erneuerbaren Energien. Wasserstoff kommt jedoch indirekt an dem Punkt ins Spiel, an dem Wasserstoff mithilfe von Ökostrom erzeugt wird. Auch hier ist die USA mit 53 % größter Länderschwerpunkt des Fonds. China schafft es jedoch auch auf mehr als 10 %. Der Rohstoffsektor ist mit über 25 % am stärksten vertreten.

  • Jährliche Kosten: 1,60 %
  • Mindestanlage: keine
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • Factsheet: hier

Zuletzt haben wir mit dem Lyxor New Energy auch einen ETF dieser Branche dabei. Der ETF bildet den „World Alternative Energy Index „ab. Dieser besteht aus den 20 größten Unternehmen aus dem Segment der erneuerbaren Energien. Jeder einzelne Titel ist auf einen ETF-Anteil von 10 % begrenzt. Der Landesfokus liegt neben den USA auf Japan. Aus den oben vorgestellten Titeln ist beispielsweise Linde in diesem ETF enthalten.

  • Jährliche Kosten: 0,60 %
  • Mindestanlage: keine
  • Ertragsverwendung: ausschüttend
  • Factsheet: hier

Unser Fazit zu Wasserstoff Aktien

Wasserstoff ist ohne Zweifel eine Energieinnovation mit Potenzial. Es gilt jedoch abzuwarten, ob sich die praktischen Anwendungen, die in diesem Segment entwickelt werden auch langfristig am Markt behaupten können. Für Wasserstoff Aktien gelten die gleichen Risiken, wie für viele andere Rohstoffaktien. Zuletzt wurden Aktien im Bereich Solarenergie hart getroffen.

Dennoch sind hohe Gewinne möglich, wenn sich Wasserstoff durchsetzt und das entsprechende Unternehmen von dieser Entwicklung zu profitieren weiß. Dabei ist es Ihnen überlassen, ob Sie auf reine Wasserstofftitel, Mischkonzerne oder einen Fonds setzen wollen.


Folgende Beiträge könnten Sie auch interessieren: