Dividenden  Dividenden werden in der letzten Zeit auch als die „neuen Zinsen“ angepriesen, aber was ist eine Dividende überhaupt? Ein Unternehmen schüttet Teile des Gewinns an seine Anteilseigner aus, um eine Vergütung für die Bereitstellung des Kapitals und das Risiko der Investition zu gewähren.

Für Privatpersonen haben Dividenden von Aktiengesellschaften die höchste Relevanz, weil es verhältnismäßig einfach ist, Aktien zu erwerben. Ausschüttungen von Aktiengesellschaften werden auf der Hauptversammlung beschlossen und meist in den folgenden Tagen ausgezahlt. Der Aktienkurs wird zu diesem Zeitpunkt sinken, da ein Käufer der Aktie die Dividende nicht mehr erhalten hätte und daher nicht mehr bereit ist, den bisherigen Kurs zu bezahlen. Diese Entwicklung wird Dividendenabschlag genannt.

Ein Aktionär hat im Übrigen keinen Anspruch auf eine Dividende. Wenn das Unternehmen lukrativere Möglichkeiten sieht, das Geld zu verwenden, kann es auch im Unternehmen verbleiben. Einige Weltkonzerne haben noch nie eine Dividende ausgezahlt. Vereinfacht gesagt wird eine Dividende beschlossen, wenn es keine anderen Möglichkeiten zur Investition mehr gibt, die sich lohnen würden. Auf große Unternehmen in entwickelten Märkten trifft das verhältnismäßig häufig zu, weshalb hier auch die meisten Dividendenzahler zu finden sind. Junge Wachstumsunternehmen brauchen das gesamte Kapital, um das Geschäft erfolgreich voranzubringen.

Dividenden sollten generell aus dem Free Cashflow, also den frei verfügbaren Mitteln eines Unternehmens, gezahlt werden. Werden Rücklagen für die Zahlung einer Dividende verwendet oder sogar ein Kredit aufgenommen, wird von einer Substanzausschüttung gesprochen.

Dividenden-Adel und Dividenden-Aristokraten

Aktien Wachstum DividendenWenn Unternehmen immer wieder in Folge ihre Dividende erhöhen, steigen sie irgendwann in den Dividendenadel oder zu Dividendenaristokraten auf. Für diese Titel gibt es keine Definition nach Lehrbuch. In der Praxis haben sich aber einige Richtwerte herauskristallisiert.

Als Dividendenaristokrat gilt ein Unternehmen, wenn es 25 Jahre in Folge die ausgeschüttete Dividende erhöht. Die meisten dieser Unternehmen befinden sich in den USA. Im Rest der Welt gibt es deutlich weniger Dividendenaristokraten. Die Ursache darin kann in der tief verankerten Aktienkultur der USA liegen.

Um in den Dividendenadel aufzusteigen, müssen Unternehmen etwas andere Kriterien erfüllen. Grundvoraussetzung ist die Erhöhung der Dividende oder mindestens die Aufrechterhaltung für 10 Jahre in Folge. Dabei darf die Ausschüttungsquote nicht niedriger als 25 % und nicht höher als 75 % des Free Cashflows sein. Die Dividendenrendite muss zudem über 1 % liegen.

Sobald ein Unternehmen seine Dividende senkt, verliert es seinen Status als Dividendenaristokrat oder sein Listing im Dividendenadel. Mehr dazu hier: Link

Versteuerung in Deutschland

Auf Dividenden wird in Deutschland die reguläre Kapitalertragssteuer in Höhe von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag fällig. Daraus ergibt sich eine effektive Steuerbelastung von 26,375 %. Zuvor kann der Sparerpauschalbetrag von 801 EUR pro Person abgezogen werden. Bei Dividenden aus den USA und EU-Staaten ist in der Regel keine weitere Vorsicht geboten. In Drittländern wie beispielsweise der Schweiz kann zusätzlich Quellensteuer fällig werden, die unter Umständen nicht in Deutschland abziehbar ist.

Berechnung der Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist die wesentliche Kennzahl für Dividendeninvestoren. Der Betrag der gezahlten Dividende wird dabei durch den aktuellen Aktienkurs geteilt. Daraus ergibt sich ein Prozentwert, der in der Regel zwischen 2 % und 4 % liegt. Aufgrund der Berechnung kann eine hohe Dividendenrendite sowohl hohe Auszahlungen als auch einfach einen niedrigen Aktienkurs als Grund haben. Diese Kennzahl sollte daher nicht das einzige Kaufkriterium sein, kann sich aber als hilfreich erweisen.

Aktien

Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie besteht in der Zusammenstellung eines Portfolios mit dem Schwerpunkt auf Dividendentiteln. Bestenfalls verteilen sich die Zahlungen über das gesamte Jahr, was nicht immer uneingeschränkt möglich ist. Das Ziel eines Dividendeninvestors ist in der Regel der Aufbau eines passiven Einkommens. Der Vorteil von Dividenden liegt darin, dass keine Anteile verkauft werden müssen und damit Transaktionsgebühren gespart werden können. Mehr Infos dazu kann man in diesem Youtube Video erfahren:

 

Dividenden ETFs und Fonds

Grundsätzlich kann jeder ausschüttende Fonds als eine Art Dividendenfonds betrachtet werden aber es gibt Produkte mit dem speziellen Fokus auf Dividenden. In Form von ETF´s wird die Dividendenausrichtung durch die Abbildung des entsprechenden Index umgesetzt. Der DivDax, der Stoxx Select Dividend, der MSCI High Dividend Yield oder der FTSE All World High Dividend sind nur einige Beispiele für solche Indizes. Auch aktiv gemanagte Produkte mit dem Fokus auf Dividenden wurden aufgelegt mit dem Unterschied, dass ein Fondsmanager die Titel auswählt, die seiner Meinung nach am besten zu der Strategie des Fonds passen.

 

4.9 (98.18%) 11 votes