10 Aktien für Anfänger: So startet man an der Börse

Wie bei fast jedem Thema ist aller Anfang schwer. Auch beim Start in den Aktienhandel ist dies kaum anders. Hier möchten wir Ihnen einige wertvolle Tipps geben, was Sie bei Ihrem Börsenstart berücksichtigen sollen. Das Risiko von Fehlschlägen ist damit zwar nicht gebannt, aber es ist immerhin deutlich reduziert. Als Beispiel stellen wir Ihnen 10 Aktien für Anfänger vor. Allerdings sollten Sie diese Aktien keinesfalls „blind“ kaufen. Die vorgestellten Unternehmen sind lediglich solche, bei denen das Ausfallrisiko wahrscheinlich geringer ist als bei anderen Werten. Eine vollkommen sichere Anlagemöglichkeit an der Börse gibt es nicht.

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Was sind eigentlich Aktien?

Aktien sind eine Form der Unternehmensbeteiligung. Sie kaufen praktische ein Teil eines Unternehmens. Damit stehen Ihnen verschiedene Rechte und Pflichten zu. Sie dürfen beispielsweise mitbestimmen, welche Entscheidungen das Unternehmen treffen soll. Das bedeutet nicht, dass Sie sich beispielsweise aussuchen können, in welchen Farben der nächste VW-Golf angeboten wird. Allerdings können Sie über die Unternehmensstrategie und die Mitglieder des Vorstandes abstimmen.

Je mehr Aktien Sie von einem Unternehmen halten, desto mehr Mitbestimmungsrechte haben Sie. Als Anteilseigner eines Unternehmens haben Sie außerdem ein Anrecht auf den Gewinn der Gesellschaft. Dieser wird jedoch selten vollständig in Form von Dividenden ausgeschüttet. Ein Teil des Gewinns wird häufig dafür genutzt, um das Geld wieder zu investieren und für Unternehmenswachstum zu sorgen.

Sobald Sie die Aktie eines Unternehmens besitzen, können Sie von dem Unternehmen kein „Geld zurückverlangen“. Sie haben dem Unternehmen schließlich keinen Kredit gewährt, den es zu einem festen Zeitpunkt zurückzahlen muss. Sie können aber stattdessen Ihre Unternehmensanteile an der Börse kaufen oder verkaufen. Die Börse ist dabei wie ein großer Marktplatz aufgebaut. Hier versammeln sich mögliche Käufer und Verkäufer. Wollen mehr Personen eine Aktie kaufen, als sie verkaufen wollen, steigt der Kurs. Gibt es weniger Käufer als Verkäufer, sinkt der Kurs. Der Preis von Aktien wird also durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

ÜBRIGENS
Damit Unternehmen Aktien ausgeben können benötigen Sie eine bestimmte Rechtsform, beispielsweise die „Aktiengesellschaft“. Allerdings müssen nicht alle Aktiengesellschaften an der Börse notiert sein. Folglich gibt es Aktien, die nicht an der Börse gehandelt werden können.

Grundvoraussetzungen zum Aktienhandel

Bevor Sie mit dem Kauf von Aktien beginnen können, benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Dieses können Sie bei Ihrer Hausbank, einer Direktbank oder einem Broker eröffnen. Bei Ihrer Hausbank können Sie sich von Ihrem Bankberater informieren lassen. Häufig raten die Berater jedoch lediglich zu aktiven Fonds und weniger zu Einzelaktien. Die Depots bei Filialbanken sind dabei häufig recht teuer. Direktbanken bieten dagegen bereits deutlich günstigere Konditionen. Hier haben Sie jedoch keine persönliche Beratung mehr. Bei Fragen können Sie sich aber dennoch an den Support wenden. Neben diesen Depottypen bieten sogenannte Broker, also Vermittler von Wertpapiergeschäften, inzwischen auch kostenlose Aktiendepots an. Hier zahlen Sie keine Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Aktien und ihr gesamtes Geld landet auch in den Aktien, die Sie sich ausgesucht haben.

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Bedenken Sie aber auch: Sie sollten sich vor der Depoteröffnung bereits mit den Grundlagen des Aktienhandels vertraut gemacht haben. Dazu können Sie sich verschiedene Ratgeber als Buch oder beispielsweise Video zu Gemüte führen. Dabei gilt immer: Egal wie gut Sie sich vorbereitet haben, können die Kurse an der Börse auch fallen. Die vergangenen Kursentwicklungen ermöglichen auch keinen Blick in die Zukunft. Auch der Verlust des gesamten Kapitals ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.


Wie Sie Aktien für Anfänger erkennen können

Aktien für Anfänger sind zunächst keine besondere Gattung von Aktien. Es handelt sich vielmehr um Aktien von bestimmten Unternehmen. Dabei können Sie auf folgende Dinge achten:

Punkt 1: Volatilität

Die Volatilität einer Aktie beschreibt, wie stark die Aktie schwankt. Eine höhere Schwankung des Kurses betrachten viele Anleger als Risiko. Wächst ein Unternehmen dagegen möglicherweise weniger stark, schwankt aber auch weniger, ist es tendenziell besser für Einsteiger geeignet. Die Volatilität können Sie sich zwar auch als Prozentwert angeben lassen, aber an der Kursentwicklung können Sie die Schwankungen bereits erahnen. Sieht der Kurschart nach einem „Auf-und-Ab“ aus, können Sie von einer hohen Volatilität ausgehen.

Punkt 2: Geschäftsfeld

Unternehmen mit einem soliden Geschäftsfeld, das Sie als Anleger vollkommen verstehen, sind grundsätzlich gut für Anfänger geeignet. Zwar versprechen Branchen wie Wasserstoff, Cannabis oder die Suche nach dem Corona-Impfstoff hohe Renditen, aber auch hohe Verluste. Die Entwicklung von Unternehmen auf solchen Märkten sind nahezu unberechenbar. Wenn ein Unternehmen jedoch Lebensmittel produziert oder Häuser baut, ist das Geschäftsfeld bereits deutlich solider. Auch der Starinvestor Warren Buffett bevorzugt „langweilige“ Aktien.

Punkt 3: Marktkapitalisierung

Der Begriff Marktkapitalisierung bedeutet nicht vielmehr als die Unternehmensgröße. Je größer ein Unternehmen, desto mehr hat es offenbar bewiesen, dass es dazu in der Lage ist Geld zu verdienen und ein erhebliches Vermögen zu verwalten. Kleine Start-Ups oder Börsenneuzugänge haben sich häufig noch nicht bewiesen und sind damit auch weniger für Anleger geeignet.

Punkt 4: Historie

Zwar können Sie anhand der Vergangenen Kursentwicklung keine Aussage über die zukünftigen Kurse treffen, aber Sie können dennoch einen Blick auf die Historie werfen. Aktien für Anfänger können beispielsweise die Anteile von Unternehmen sein, die bereits sehr lange existieren und seitdem beständig Gewinne erwirtschaftet haben. Achten Sie jedoch darauf, dass die Gewinne nicht sinken – dies kann ein Warnsignal sein.


10 Aktien für Anfänger im Überblick

Anhand der oben genannten Anforderungen haben wir 10 Aktien für Anfänger zusammengetragen, die ein solides Investment darstellen können. Wir betreiben jedoch keine Anlageberatung und die Nennung dieser Aktien ist nicht als Kaufempfehlung zu verstehen. Bitte machen Sie sich immer ein eigenes Bild.

WICHTIG
Es handelt sich bei diesen Aktien nicht um Kaufempfehlungen. Wir stellen diese Aktien lediglich vor. Ob der Kauf derzeit zu empfehlen ist oder nicht müssen Sie selbst entscheiden.

Fastfood fürs Depot – McDonald´s

McDonald´s ist eines der ältesten Fastfoodunternehmen. Beeindrucken konnte das Unternehmen mit stetigem Wachstum und attraktiven Dividendenausschüttungen.


Der Allrounder – Unilever

Unilever versteckt sich hinter verschiedensten Marken, wie beispielsweise Axe, Lipton, Knorr, Dove, Magnum, Rexona und vielen mehr. Der Mischkonzern vertreibt seine Produkte im Bereich Essen, Trinken und Hygiene. Diese Absatzfelder sind zudem sehr krisenfest. Die Produkte von Unilever werden immer benötigt.


Auf beinahe jedem PC vertreten – Microsoft

Das Softwareunternehmen startete in der Garage des Gründers Bill Gates. Inzwischen bietet es nicht nur sein Betriebssystem, sondern auch Office-Lösungen, Cloud-Anwendungen und vieles mehr an.


Aus Müll Geld machen – Waste Management

Das amerikanische Unternehmen betreibt diverse Recyclinganlagen und Mülldeponien in den USA. Der Vorteil bei diesem Geschäftsmodell: Das Unternehmen verdient doppelt. Beim Recycling kann sich Waste Management sowohl für seinen Rohstoff, als auch für das Endprodukt bezahlen lassen. Außerdem ist das Unternehmen kaum konjunkturellen Schwankungen unterworfen.


Pfandautomaten und Recycling seit mehr als 50 Jahren – Tomra

Das norwegische Unternehmen Tomra ist in der Öffentlichkeit weniger bekannt. In Deutschland finden sich jedoch beispielsweise immer wieder Pfandautomaten des Unternehmens. Neben diesen sogenannten „Sortierlösungen“ übernimmt Tomra auch das Recycling des Leergutes und betreibt damit ein nachhaltiges Geschäftsmodell.


In unzähligen Büros zu finden – SAP

SAP ist aus den Büros großer Unternehmen kaum mehr wegzudenken. Das Unternehmen hat die Verwaltungsarbeit revolutioniert und verknüpft Daten aus verschiedenen Unternehmensbereichen, wie kaum ein anderes Unternehmen.


Der größte unabhängige Vermögensverwalter – BlackRock

BlackRock verwaltet gigantische Summen von Kundengeldern und ist an fast allen Unternehmen dieser Liste beteiligt. Zudem legt das Unternehmen selbst ETFs auf und verdient an jedem Euro, den Investoren anlegen.


Medizin fürs Depot – Johnson & Johnson

Eines der bekanntesten Produkte des Pharmaunternehmens Johnson & Johnson ist in Deutschland sicherlich die Penatencreme. Darüber hinaus gibt es unzählige weitere Medizin- und Kosmetikprodukte im Sortiment des Unternehmens.


Mehr als nur Cola – PepsiCo

Pepsi ist zwar die bekannteste Marke von PepsiCo, allerdings hat das Unternehmen auch viele weitere Getränke und Snacks im Sortiment. Es handelt sich um ein großes Unternehmen mit langer Historie. Zudem ist es von wirtschaftlichen Schwankungen tendenziell weniger betroffen.


Kundenorientierung pur – Amazon

An Amazon führt derzeit kaum ein Weg vorbei. Für Anleger ist dabei immer fraglich, wann Amazon zu teuer bewertet ist.

 

Tobias Baumann

Mein Name ist Tobias und ich beschäftige mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit mit Geldanlage und Finanzen. Ich interessiere mich sowohl für Aktien, Fonds, ETFs als auch klassische Geldanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld. Auf finanz-markt.com schreibe ich über meine Erfahrung und informiere über Neuigkeiten aus der Finanzbranche.