Geld in der Beziehung: Streit um die Finanzen vermeiden

Geld in der Beziehung kann ein Reizthema sein. Schließlich ist der persönliche Verdienst und das eigene Vermögen ein sensibles Thema. Auch in Partnerschaften oder sogar Ehen sprechen die Menschen längst immer offen über Geld. Dabei wäre dies durchaus sinnvoll und hilfreich. Denn nur wer in der Partnerschaft über Geld redet, kann einen gemeinsamen Weg finden.

Ist diese Hürde überwunden, stellt sich die Frage, wie Sie Ihre Finanzen in der Beziehung am besten organisieren können. Hierzu haben wir einige Tipps und Hinweise vorbereitet. Dabei ist wichtig, dass es sich bei den Ansätzen nur um Vorschläge handelt. Sie müssen für sich selbst herausfinden, ob eine der vorgestellten Methoden für Ihren Umgang mit Geld in der Beziehung infrage kommt.

Partnerkonto test


Unabhängigkeit für beide: Getrennte Konten

Insbesondere in der jüngeren Generation sind getrennte Konten in der Beziehung oder Ehe üblich. Insbesondere wenn jeder sein eigenes Geld verdient, ist es nur sinnvoll, wenn dies auch auf das eigene Konto ausgezahlt wird. Spätestens im Trennungsfall kann es sonst zu Problemen kommen.

Wichtig dabei ist: Alle der folgenden Modelle können problemlos mit getrennten Konten kombiniert werden. Im Übrigen haben separate Konten nichts mit Misstrauen oder mangelnder Liebe zu tun! Viel wichtiger ist die Unabhängigkeit beider Partner voneinander. Nur dann kann eine Beziehung auf Augenhöhe stattfinden.

Selbst ohne weitere Konten, Pläne oder Tabellen können die Beziehungsfinanzen mit dieser Konstellation funktionieren. Beispielsweise werden gemeinsame Kosten von einem Partner bezahlt und der andere Partner überweist die Hälfte auf das Konto, von dem die Zahlung erfolgt ist. Auch eine Idee: Das Fitnessstudio und die Handyverträge kosten in etwa gleich viel? Dann kann ein Partner den Sport und der andere Partner die Handyverträge bezahlen.

Pfennigfuchsen hilft keinem

Wie Sie bereits erkannt haben, können einige Cent oder Euro mehr an einem Partner „hängen bleiben“ als an dem anderen. Sie können zwar jede Ausgabe genau aufrechnen, doch bringt dies meistens kaum etwas. Nutzen Sie die gemeinsame Zeit lieber für die schönen Dinge des Lebens. Schließlich haben Sie bereits ein tragfähiges Konzept für Ihre Finanzen entwickelt.


Das Partnerkonto: Ein Girokonto für Partner

Das Partnerkonto ist ein Angebot von Banken, um mehreren Personen ein gemeinsames Konto zu ermöglichen. Üblicherweise handelt es sich dabei nun einmal um Partner, weshalb sich dieser Begriff eingebürgert hat. Ein Partnerkonto läuft auf den Namen beider Vertragspartner und diese haften gesamtschuldnerisch. Jeder der beiden Kontoinhaber kann folglich das gesamte Geld auf dem Konto ausgeben, wenn er dies möchte. Unser Tipp: Partnerkonto Vergleich

Partnerkonto

Gemeinschafts- oder Partnerkonten können den Umgang mit Geld in der Beziehung vereinfachen. Denn anders als bei dem Modell mit rein getrennten Girokonto, haben Sie mehr Klarheit und weniger Rechenarbeit. Sie eröffnen beispielsweise ein Partnerkonto. Am Anfang des Monats zahlen beide Partner einen festen Betrag auf das Konto ein. Vorab bestimmen Sie, welche Ausgaben von dem Konto bezahlt werden und welche nicht. Folgende Ausgaben können sinnvoll im Zusammenhang mit einem Partnerkonto sein:

  • Miete
  • Strom
  • Gemeinsame Urlaube
  • Lebensmitteleinkäufe

Hierbei wird bereits deutlich, dass ein Partnerkonto nur für Ausgaben sinnvoll ist, die beide Partner betreffen. Wenn ein Partner abends mit Freunden in eine Bar geht, sollte er die Rechnung auch von seinem eigenen Konto bezahlen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, kein eigenes Konto zu besitzen und nur das Partnerkonto zu verwenden, doch diese Option wird immer seltener.

Schließlich können dann selbst kleine Ausgaben zum Streitpunkt werden, wenn ein Partner vom anderen eine Erklärung fordert. Spätestens im Fall einer Trennung oder Scheidung können die untrennbar verbunden Finanzen zu einem bedrohlichen Problem werden. Daher ist das Partnerkonto eher als Ergänzung nützlich.

Partnerkonto


Größere Ausgaben absprechen und Budgets aufstellen

Neben der Wahl der Konten gibt es auch einige andere Faktoren und Spielregeln, die beim Umgang mit Geld in der Beziehung hilfreich sein können. Dazu gehört beispielsweise, dass größere Ausgaben mit dem Partner abgesprochen werden.

Auch wenn ein Partner alleine die Ausgabe tätigt, kann es hilfreich sein, größere Ausgaben, wie ein neues Auto, einen großen Urlaub oder einen neuen Computer miteinander zu besprechen. Alleine eine zweite Meinung kann bei solchen Ausgaben helfen, um einen realistischen Blick auf das Projekt zu gewinnen.

Für regelmäßige und planbare Ausgaben können Sie außerdem Budgets aufstellen. Sie setzen sich also bereits zu Beginn eines Monats ein gedankliches Limit für einen bestimmten Ausgabentyp. Wenn das Kinobudget beispielsweise 50 Euro beträgt, entspricht dies möglicherweise zwei Kinobesuchen.

Ein dritter Besuch würde also eine Budgetüberschreitung darstellen. Natürlich können Sie sich gemeinsam auch entscheiden mehr Geld auszugeben als geplant, aber bereits das existieren eines Budgets kann dazu führen, dass Sie etwas sparsamer mit dem Geld umgehen.

Im Zusammenhang mit den Budgets spielt auch das Haushaltsbuch eine wichtige Rolle. Dabei schreiben Sie alle Ausgaben in einem Heft oder einer Excel-Tabelle auf. Die verschiedenen Ausgaben können Sie zusätzlich in Kategorien einteilen. So können Sie nach einigen Wochen oder Monaten genau sehen, wofür Sie Ihr Geld ausgeben.

Diese Information kann viel wert sein! Schließlich haben Sie den morgendlichen Kaffee beim Bäcker oder das Kaugummi an der Tankstelle schnell vergessen. In Summe können durch solche Ausgaben aber schnell Beträge zusammenkommen, die am Monatsende fehlen. Mit einem Haushaltsbuch wissen Sie also, was mit Ihrem Geld passiert. Folglich können Sie auch gemeinsam etwas daran ändern.

Geld in der Beziehung


Geld in der Beziehung: Hilfreiche Videos

Eine Bloggerin im Bereich Geld und Beziehung ist Madame Moneypenny. Diese auf dem YouTube-Kanal Finanzfluss ein Interview zu diesem Thema gegeben. Hier können Sie weitere Anregungen finden, wie Sie mit Geldfragen in der Beziehung umgehen und wie dies möglicherweise im Rahmen der Kindererziehung thematisiert werden kann. Ein offener Austausch ist nicht nur beim Geld ausgeben wichtig, sondern auch beim Geld anlegen über Aktien oder Sparkonten. Auch hier kein ein gemeinsames Sparkonto oder Depot hilfreich sein.

Ein großer Aspekt in diesem Zusammenhang: Keine Unterschiede. Auch wenn ein Partner weniger Interesse an Finanzthemen hat, kann es nützlich sein, gewissen Themen gemeinsam zu besprechen. Mangelndes Interesse sollte keine Ausrede dafür sein, dem Partner alle Finanzen zu überlassen.

Spannende Einblicke in die privaten Finanzen von Paaren liefert auch diese 3-Sat-Doku. Hier berichten Paare über ihren Umgang mit Geld in der Beziehung sowie den jeweiligen Problemen und Herausforderungen. Natürlich sind die jeweiligen Lebensmodelle nicht pauschal darstellbar und jeder Mensch auch bezüglich seinem Umgang mit Geld unterschiedlich, aber dennoch können Sie hier eine Idee davon bekommen, welche Reibungspunkte rund um Geld entstehen können.

Geld in der Beziehung: Unser Fazit

Wie bei vielen Beziehungsthemen ist auch beim Geld die Kommunikation besonders wichtig – auch wenn das teilweise schwer fällt. Mit Partnerkonten, die getrennte Konten ergänzen können, gibt es ein vielversprechendes Produkt, um Ihre Beziehungsfinanzen zu managen. Wenn Sie dann gemeinsam mit Budgets und anderen Hilfsmitteln arbeiten, verringern Sie das Konfliktpotenzial deutlich. Eine völlig unterschiedliche Grundeinstellung zum Thema Geld können Sie dabei nicht abfangen. Dies sehen Sie auch in der obigen Dokumentation.

 

 

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Tobias Baumann

Mein Name ist Tobias und ich beschäftige mich sowohl beruflich als auch in meiner Freizeit mit Geldanlage und Finanzen. Ich interessiere mich sowohl für Aktien, Fonds, ETFs als auch klassische Geldanlagen wie Festgeld oder Tagesgeld. Auf finanz-markt.com schreibe ich über meine Erfahrung und informiere über Neuigkeiten aus der Finanzbranche.